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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Robert Schumann

Klavierquintett op. 44, Fantasiestücke op. 73 u.a.

Martha Argerich, Alexandre Rabinowitsch, Lucy Hall, Dora Schwarzberg, Nobuko Imai, Natalia Gutman, Mischa Maisky, Marie-Luise Neunecker

EMI 5 57308 2
(75 Min., 9/1994) 1 CD

Dass Martha Argerich seit nunmehr einer halben Ewigkeit nicht mehr alleine in den Konzert-Ring steigt, hat längst was Gutes. Denn mit ihren Kammermusik-Einspielungen kann sie mehr als nur entschädigen für ihre solistische Stürmerei und Drängerei von gestern.
Im Klavierquintett op. 44 werden nicht Stimmungsbilder von greller Zerrissenheit ausgestellt, stattdessen zeigt sich die unüberhörbar als Dramaturgin fungierende Argerich als eine Detailverliebte, um den großen Bogen greifbar zu machen. Wie allein der Kopfsatz zwischen metrischer Straffheit, herbem Expressivo und leuchtendem Melos ausbalanciert wird; wie im "Scherzo" Fulminanz nicht mit Exzessivität verwechselt wird, sondern Platz bleibt für den großen Ton im Intimen, im schon fast Scheuen - das ist modernes Musizieren auf einem Atem.
Diese Mischung aus satter Klangfreude, agogischer Feinheit und besonders dieses Aufeinanderhören ist ein Grundsatzprogramm, das sich wie selbstverständlich ausbreitet. Ob in den selten zu hörenden "Andante und Variationen" op. 46 für u.a. zwei Celli und Horn, ob in den "Märchenbildern" op. 113 - Leidenschaft ist hier keine Frage der Dynamik, sondern Ausdruck eines widersprüchlichen und komplexen Seelenlebens.
Und wie Martha Argerich sich selbst in den "Fantasiestücken" überraschend häuten kann, wenn sie anstatt Mischa Maisky die Cello-Rhapsodin Natalia Gutman zur Partnerin hat, ist Beleg für ihr mehrdimensionales Kammermusikherz.

Guido Fischer, 16.05.2002



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