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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Robert Schumann

Kammermusik

Jean Hubeau, Quatuor Via Nova u.a.

Warner 2564 61400-2
(361 Min., 1977 - 1979) 7 CDs

Im Zuge der Wiederveröffentlichung von Aufnahmen des vor einigen Jahren geschlossenen Labels Erato präsentiert Warner Classics diese 6-CD-Box mit der gesamten Kammermusik Robert Schumanns, eingespielt in der zweiten Hälfte der 70er Jahre von französischen Instrumentalisten. Die Seele dieser hörenswerten Einspielungen ist der 1992 verstorbene Pariser Pianist, Komponist und Hochschullehrer Jean Hubeau, dessen überragendes Können bisher vor allem in einer Box mit den Klavierquintetten und -quartetten Gabriel Faurés (Erato/Warner) zu bestaunen war: Hubeau, der in den Biografien vieler zeitgenössischer Pianisten als wichtige Lehrerpersönlichkeit auftaucht, präsentiert sich auch hier als Kammermusiker par excellence, der stupende Virtuosität mit einem Höchstmaß an Einfühlungsvermögen und Sensibilität im Zusammenspiel zu verbinden weiß. Von nicht ganz einheitlicher Qualität sind seine Partner auf diesen CDs: Jean Mouillère etwa, der erste Violinist des Quatuor Via Nova, schießt hinsichtlich vibratogesättigter Süße seines Spiels für den heutigen Geschmack immer wieder einmal etwas übers Ziel hinaus; dies und seine gelegentlichen Intonationsprobleme fallen allerdings im größeren Ensemble etwa beim Klavierquintett in Es-Dur op. 47 stärker ins Gewicht als bei den beiden Violinsonaten, die im Dialog mit Hubeau recht überzeugend gelingen. Gleiches kann von den Märchenbildern op. 113 gesagt werden, die Gérard Caussé - der Bratschist des Quatuor Via Nova - mit Brillanz und schönem Ton zum Erklingen bringt. Viel gäbe es zu erzählen über diese in ihrer Fülle bis heute so wenig populäre Musik - wer kennt schon die Fantasiestücke für Klavier, Violine und Violoncello op. 88 oder das Adagio und Allegro in As-Dur für Horn und Klavier op. 70? Die vorliegende Box mit ihrem durchgängig hohen interpretatorischen Niveau bietet jedenfalls Gelegenheit, sich bei sehr geringem finanziellem Aufwand mit den Schönheiten von Schumanns Kammermusik umfassend vertraut zu machen.

Michael Wersin, 12.03.2005



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