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Antonio Vivaldi

Konzerttranskriptionen für Cembalo

Enrico Baiano

Symphonia/Helikon SY 00175
(77 Min., 3/2000) 1 CD

Die Alte Musik birgt so viele Geheimnisse, dass wir uns wohl damit bescheiden müssen, etliche bohrende Fragen eben nicht beantworten zu können. Zum Beispiel die Frage danach, wer jetzt bloß wieder Ann Dawson war. Fest steht nur, dass ihr, weil sie eine Sammlung von Konzert-Transkriptionen für Cembalo hinterließ, diese Einspielung zu verdanken ist. Und aus Enrico Baianos Interpretationen wiederum wird deutlich (auch wenn dieser zugibt, "recht stark in den Text eingegriffen" zu haben), dass Ann Dawson eine ziemlich beachtliche Virtuosin auf ihrem Instrument gewesen sein muss.
Denn auch dort, wo Baiano nicht Passagen oktavierend verdoppelt, Harmonien komplettiert, Orchesterpassagen wiederhergestellt oder Melodien verziert hat, ist diese Musik voller spieltechnischer Tücken und Fallstricke. Dass auf dem Cembalo ein klangfarbliches Pendant zum Orchesterklang entstehen könnte, darf man allerdings nicht vermuten. Nimmt man die Transkriptionen für sich allein, so sind sie allerdings durchaus reizvoll: weil sie Vivaldis weite Bögen der Empfindungen und Ausdrucksnuancen gleichsam in einen Mikrokosmos zusammenschmelzen, der manches klarer erscheinen lässt.
Und Enrico Baiano spielt so temperamentvoll, so brillant, so variantenreich und emotional, dass selbst das oft so starr wirkende Cembalo hier zu theatralischen Gesten findet. Wenn das keine Leistung ist!

Susanne Benda, 02.11.2000



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