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Antonio Vivaldi

Konzerte für Violoncello und Orchester RV 401, RV 423, RV 531, Arien-Transkriptionen (Arien, Konzert für Viola d’Amore, Laute und Orchester RV 540)

Yo-Yo Ma, Amsterdam Baroque Orchestra, Ton Koopman

Sony CD 90916
(67 Min., 11/2003) 1 CD

"Vivaldi’s Cello" lautet der Titel des neuesten Albums von Ton Koopman und Yo-Yo Ma. Doch in Wirklichkeit geht es hier durchaus nicht in erster Linie um Vivaldis Verhältnis zur Bassgeige, auch wenn sie der Meister recht früh und ausgiebig als Soloinstrument eingesetzt hat. Was wir zu hören bekommen, ist vielmehr ein weiterer Dialog des erfahrenen Alte-Musik-Kämpen Koopman mit dem cellistischen Tausendsassa Ma in der Tradition ihrer Reihe "Simply Baroque". Und das Gipfeltreffen zwischen Altem Europa und Amerika funktioniert: Aus Yo-Yo Mas weiter amerikanischer Perspektive scheint das Europäische zwar fast gleichberechtigt neben den brasilianischen oder chinesischen Traditionen zu stehen, mit denen er sich jüngst auseinander setzte. Aber dieser Blickwinkel führt bei dem stilistisch wie musikalisch wahrhaft polyglotten Ma nicht zu Oberflächlichkeit: die Ernsthaftigkeit, mit der er sich den musikalischen Sprachregelungen seiner Partner zu Eigen macht, ja, im einleitenden Doppelkonzert für zwei Celli gar zum Zwilling des Hauscellisten des Amsterdamer Barockorchesters wird, verleiht der Interpretation des technisch schnell zu unterfordernden Cellisten Kern. Und Koopman? Er wiederum ist fest genug in der Tradition der historischen Aufführungspraxis verwurzelt, dass er sich gehen lassen kann, ohne sich zu verraten: seine gutgelaunten, oft fast mutwilligen und aufnahmetechnisch deutlich herausgebrachten Verzierungen und Continuo-Improvisationen scheinen populär auf den Punkt zu bringen, was Ma aus Respekt vor der Tradition nicht so laut aussprechen mag. In Koopmans Transkriptionen von Bravourarien Vivaldis wäre es allerdings Mas Aufgabe gewesen, etwas mehr Vordergründigkeit zu zeigen - anders ist es schwer möglich, als Streicher unter Streichern auch noch im Dacapo die Spannung zu erhalten.

Carsten Niemann, 22.05.2004



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