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Antonio Vivaldi

Amor sacro – Motetten für Sopran

Simone Kermes, Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon

Archiv Produktion 477 5980
(67 Min., 10/2004) 1 CD

m Repertoire hat sie zwar auch Mozarts Konstanze und Donizettis Lucia, ihren Primadonnenstatus hat sich Simone Kermes jedoch fast ausschließlich mit Barockoper erworben: Mit Rollen wie Händels Deidamia und Rodelinda beispielsweise, die sie in den letzten Jahren auf CD einspielte. Da ist es nur konsequent, dass auch das erste Solorezital der Leipzigerin einem Barockmeister gewidmet ist: Die Solomotetten Antonio Vivaldis sind echte Showcases, die einer Sängerin so ziemlich alles abfordern, was im Rahmen des damaligen Gesangsstils überhaupt möglich war. Die gut viertelstündigen Stücke sind nichts anderes als geistliche Konzertarien, die sich in ihrer allegorischen Bildsprache wie in ihren musikalischen Effekten eng an die Oper anlehnen. Bei Kermes wird diese Nähe zur Bühne noch deutlicher als bei Sandrine Piau, deren Aufnahme der Motette "In Furore iustissimae irae" vor kurzem bei Opus 111 erschien. Gewinnt das Stück durch Piaus leichtgewichtigeren, aber auch monochromeren Sopran einen verspielteren, ornamentaleren Charakter, stellt Kermes die Koloraturen in den Dienst einer expressiven Textausdeutung. Mit gezielt eingesetztem Vibrato sorgt sie dafür, dass der Zorn des Herrgotts furchteinflößende Durchschlagskraft erhält. Selbst in den abschließenden Hallelujahvertonungen setzt sie markige Akzente, statt bloß schwerelose 16tel aneinander zu reihen – der Kontrast zu den lupenreinen Haltetönen, mit denen sie die langsamen Arien veredelt, fällt so umso effektvoller aus.

Jörg Königsdorf, 17.03.2007



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