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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Ralph Vaughan Williams

Sinfonie Nr. 1 (A Sea Symphony)

Christine Goerke, Brett Polegato, Atlanta Symphony Orchestra, Robert Spano

Telarc/In-Akustik 80588
(61 Min., 11/2001) 1 CD

Die Mineralogen unter den Musikkritikern nennen Vaughan Williams gern "sinfonisches Urgestein", ebenso wie den Finnen Sibelius, dessen mineralische Konsistenz allerdings eine andere ist. Dabei hat diese erste Sinfonie des Briten eine fast ebenso steinige Geschichte wie die der Ersten von Brahms - auch Vaughan Williams kauerte vor dem monumentalen Schatten, den Beethoven warf, und danach ja auch noch Schubert, Schumann, Brahms und Bruckner.
Am Ende amalgamierte der Brite ein Chorwerk "Toward the Unknown Region", etwa: Ins unbekannte Land (aus dem bei Shakespeare kein Wanderer wiederkehrt), die Projekte "Songs of the Sea" und "The Ocean". Die Texte fand Vaughan Williams bei Walt Whitman, der die USA, ein Land ohne Geschichte, in rau gesponnener Lyrik erfinden half. Heraus kam eine riesenhafte Chor-Sinfonie, die im selben Jahr uraufgeführt wurde wie Gustav Mahlers Achte, die "Sinfonie der Tausend" - und bei Vaughan Williams spielt der Chor eine noch größere Rolle, ist er enger mit dem Material verzahnt, ja dessen eigentliche Identität.
Barbirolli hat das unvergleichlich eingespielt, sehr gut nach ihm auch Previn. Robert Spanos Produktion aus dem nicht gerade meerumrauschten Südstaat Georgia reiht sich würdig ein in die kleine, aber feine Zahl der Aufnahmen. Er hält das Orchester- und Chorgeschehen alert am kurzen Zügel, bleibt strenger und markanter als etwa Barbirolli, bei dem das Werk mehr Zweifel und Behauptung ist, mehr Gefühl. Brett Polegato singt den Baritonpart ebenso hagiographisch in Stein gemeißelt, nur Christine Goerkes opernhaftes "Gestalten" stört eher, wenn man schon ein so nüchternes Konzept wählt.
Die Klangqualität ist - wie fast immer bei Telarc - erstklassig; um das Werk kennen zu lernen, sollte man ruhig diese Aufnahme wählen. Um zu erforschen, in welche emotionalen Regionen es den Hörer noch führt, kann man danach ja zu Barbirollis Mono-Einspielung greifen ...

Thomas Rübenacker, 26.09.2002



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Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


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