home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Responsive image
Richard Wagner

Tristan und Isolde

Kirsten Flagstad, Lauritz Melchior, Herbert Janssen, Emanuel List, Sabine Kalter u.a., Chor der Oper Covent Garden, London Philharmonic Orchestra, Fritz Reiner

Naxos 8.110068-70
(209 Min., 1936) 3 CDs, http://service.bfast.com/bfast/click?bfmid=1821097&siteid=24807761&bfpid=0636943106822&bfmtype=C&PrdId=1000001001786272

Kirsten Flagstad als Isolde: Da fällt einem sofort die legendäre EMI-Aufnahme von 1952 unter Leitung von Wilhelm Furtwängler ein, mit Ludwig Suthaus als Tristan und dem jungen Fischer-Dieskau als Kurwenal. Allerdings hören wir sie da als Siebenundfünfzigjährige; der EMI-Produzent Walter Legge hat außerdem Salz in die Suppe gestreut, indem er berichtete, seine Frau Elisabeth Schwarzkopf habe zu dieser Produktion einige Spitzentöne beigetragen, die der Flagstad nicht mehr zu Gebote standen. Wie mag die Flagstadt im Vollbesitz ihrer stimmlichen Mittel gesungen haben?
Mit der vorliegenden Liveaufnahme aus Covent Garden vom 18. Mai 1936, dirigiert von Fritz Reiner, erweitert sich der Horizont des Wagner-Liebhabers: Die Flagstadt verfügt hier über eine bis zum hohen C leicht ansprechende Stimme, die sie mit großer Souveränität und Ruhe ohne Ermüdungserscheinungen zuverlässig zum Einsatz bringt. Leider ist ihr Liebestod durch Intonationstrübungen streckenweise empfindlich gestört.
Ein weiterer Höhepunkt dieser Aufnahme ist Herbert Janssen als Kurwenal: Kraftvoll, wohlklingend, darstellerisch rührend in seiner Sorge um den siechen Tristan im dritten Akt. Dieser, verkörpert durch den legendären Lauritz Melchior, überzeugt augenblicklich an jeder Forte-Stelle, produziert unerhört metallische Spitzentöne. Im Piano jedoch ist er immer wieder quälend zu tief, singt matt, wie mit entkernter Stimme. Störend auch seine abgerissene Diktion und die teilweise allzu großen Freiheiten gegenüber der Partitur.
Technisch ist die Aufnahme geprägt durch die Bühnensituation, die zu großen Unausgewogenheiten unter den Sängern führt, und durch das Bemühen des Tonmeisters, mit ständigem Drehen am Pegel die Dynamik einzuebnen. Für den "Tristan"-Liebhaber ist sie eine wertvolle Bereicherung, zum Kennenlernen der Oper taugt sie jedoch nicht.

Michael Wersin, 14.12.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top