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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Richard Wagner

Arien und Duette

Birgit Nilsson, Hans Hotter, Philharmonia Orchestra, Leopold Ludwig

Testament/Note 1 SBT 7 49677 12012 2
(74 Min., 5/1957, 11/1957) 1 CD, http://service.bfast.com/bfast/click?bfmid=1821097&siteid=24807761&bfpid=0749677120122&bfmtype=C&PrdId=1000001001495276

In den fünfziger Jahren stand die Nilsson schon auf allen großen Bühnen der Welt, in Wien ebenso wie in Bayreuth oder Glyndebourne. Der berühmte Produzent Walter Legge überredete sie 1957 erstmals, in die Abbey-Road-Studios in London zu kommen. Da war diese jugendliche Stimme schon neununddreißig! Heute wäre ein solche Begabung vom Markt schon in jungen Jahren ausgesaugt worden, wäre seinen Lockungen erlegen.
Doch noch in diesem späten Platten-Debüt war Birgit Nilsson nicht die "fertige" Sängerin, als die wir sie kennen aus Soltis Wagner-Aufnahmen oder dem Böhm-Ring. Die Nilsson von 1957 sang mit etwas weniger Metall; es klingt, als sei ihr strahlender Sopran noch anfälliger, oder empfänglicher für die Angriffe seelischen Erlebens. Hört man hier "Elsas Traum" aus dem "Lohengrin" oder auch Sentas Ballade aus dem "Holländer", berührt uns ihr Gesang vielleicht gerade darum, weil sie noch nicht jene großartige, aber auch etwas kalte, chromblitzende Timbre-Hochfläche erreicht hatte, die wir später an ihr bewunderten.
Und was war Hans Hotter für ein gewaltiger Wotan! Sowohl an Fülle wie auch an sensibler Beweglichkeit, mit der er seine mächtige Stimme umfärben konnte, überragt er Theo Adam, der ihn in Bayreuth gleichsam beerbte. Doch bei aller Schönheit des Gesangs sind solche Ausschnitts-Produktionen immer von einer fast luxuriösen Entspanntheit, die es gestattet, Übersänger-Lyrismus auszustellen. Doch die letzte Eindringlichkeit, die der Druck freisetzt, eine ganze Rolle zu deuten, strahlen sie hingegen nicht aus.

Matthias Kornemann, 11.01.2001



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