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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Johann Sebastian Bach

Oboenkonzerte

Marcel Ponseele, Ensemble Il Gardellino

Accent/Note 1 ACC 24165
(64 Min., 9/2004) 1 CD

Nur in Form von Bearbeitungen von Bachs eigener Hand sind die vier "Oboen"-Konzerte dieser CD überliefert: Teils als Cembalo-Konzerte, teils als Kantatensätze haben sie überlebt, lassen jedoch auf Grund der Struktur ihrer Solopartien die vorsichtige Vermutung zu, ursprünglich für verschiedene Oboeninstrumente komponiert worden zu sein. Warum also nicht eine Rekonstruktion wagen (was Marcel Ponseele hier ja keineswegs als erster tut)? Im schlechtesten Fall hätte man so eine weitere Bearbeitung geschaffen, was die barocke Praxis durchaus zulässt; im besten Fall nähert man sich den verlorenen Originalen und damit Bachs ursprünglicher Idee: Was für ein faszinierender Gedanke!
Marcel Ponseele kann sein beachtliches Talent als einfühlsamer Interpret der wundervoll verschlungenen Bach'schen Melodielinien vor allem in den langsamen Sätzen dieser Konzerte unter Beweis stellen, wo er genügend Zeit hat, seinen warmen, runden Ton zu entfalten und jede einzelne Phrase aussagekräftig zu gestalten. In den schnellen Ecksätzen geht ihm die musikalisch-technische Geschlossenheit seines Spiels hingegen ab und zu ein wenig verloren – sei es, dass sein Ton kurzzeitig an Substanz verliert, sei es, dass er im Streicherklang versinkt, der am etwas überakustischen Aufnahmeort gelegentlich zu dominant geriet. Die Akustik ist möglicherweise auch mitverantwortlich für die stellenweise zu beklagende mangelnde Prägnanz und Kongruenz im Begleitsatz. Etwas mehr Sorgfalt an dieser Stelle hätte dem Endergebnis sehr gut getan, zumal Ponseele für sich genommen im Vergleich zu Patrick Beaugiraud, der kürzlich eines der hier vorgestellten Konzerte (BWV 1053) mit Café Zimmermann einspielte (Alpha/Note 1), die deutlich charakteristischere Darbietung abliefert – der Streicher- bzw. Continuoapparat der vorliegenden Einspielung allerdings kann mit demjenigen von Café Zimmermann leider nicht mithalten.

Michael Wersin, 25.06.2005



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