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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Jacques Christian Michel Widerkehr

Duosonaten

Bart Schneemann, Paolo Giacometti

Channel Classics/harmonia mundi CCS 19204
(60 Min., 1/2002) 1 CD

Die Kombination von klassischer Oboe und Hammerklavier ist sicher eine der delikatesten, die es gibt. Im Idealfall mischt sich der rohrige gedeckte Klang des an Klappen ärmeren Vorgängers der modernen Oboe reizvoll mit den vielen warmen und zarten Tonfarben der historischen Klavierinstrumente. Auf der anderen Seite gibt es wohl wenige Instrumente, deren Klang moderne Hörer so leicht als defizitär wahrnehmen wie denjenigen der Oboen und Klaviere aus der Umbruchzeit der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Es war daher eine gute Idee von Bart Schneemann und Paolo Giacometti, die Musik des völlig unbekannten Komponisten Jacques Christian Michel Widerkehr (1759 - 1823) einzuspielen: Sie unterbanden damit von vornherein alles reflexhafte Vergleichen mit gewohnten Aufnahmen. Darüber hinaus eignen sich die klassisch geformten Kompositionen des Elsässers, die zwischen frühromantischen Herzensergießungen der gleichberechtigten Partner und leichtem webernschen Salonvirtuosenton hin- und herpendeln, hervorragend für die an Zwischentönen reiche Instrumentenkombination. Schade nur, dass insbesondere Bart Schneemann nicht den ganzen klanglichen Reichtum seines Instruments vorzuführen weiß: seine kurz angestoßenen Töne wirken oft matt und nur selten erreicht er in Kantilene und Läufen die leichte Unbeschwertheit von Giacometti. Dessen Ton wiederum droht beim Forte in der Höhe etwas flach zu werden, was aber wiederum auch ein wenig an dem um 1815 gebauten Originalflügels mit Wiener Mechanik liegen kann. Wer neben der lebendigen Musikalität der Interpreten den tückischen Reiz wertvoller Antiquitäten zu schätzen weiß, mag die Scheibe dennoch genießen können.

Carsten Niemann, 05.02.2005



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