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Leonardo Balada

Violinkonzert Nr. 1, Folk Dreams, Sardana u.a.

Andrés Cárdenes, Sinfonieorchester von Barcelona, Matthias Aeschbacher

Naxos 8.554708
(75 Min., 5/1999) 1 CD

Er mochte sie nicht, die Zwölftontechnik, die ihm während seines Studiums aufgezwungen wurde. Also beschritt der katalanische Komponist (geboren 1933) einen anderen Weg, mischte traditionelle mit modernen Elementen und fügte noch eine Prise Folkore hinzu – nicht nur aus Spanien.
So weit so gut. Das Argument, Folklorismus sei doch wohl mittlerweile passé, ließe sich mit angemessen ideenreicher Musik widerlegen – wie es einige Komponisten, speziell aus dem angelsächsischen Kulturkreis, auch erfolgreich tun. Allzuviel Originalität vermag ich in der Musik Baladas jedoch nicht zu entdecken. Gewiss, sie ist farbenfroh und temperamentvoll, aber auch ungeheuer redselig; geschäftige Hektik herrscht vor – der Solist des Violinkonzerts hat sehr viele Noten zu spielen, aber nur wenig interessante Musik –, stets krakeelen irgendwelche lauten, volksliedartigen Melodien im Hinter- oder auch im Vordergrund herum, und wenn es modern werden soll, kommen die obligatorischen Tontrauben.
In den besten Momenten von Baladas Musik, etwa den dreisätzigen "Folk Dreams", stellt sich so etwas wie eine surrealistische Atmosphäre ein. Durch ihre Kürze können diese Stücke am ehesten überzeugen. Die anderen Werke wirbeln geschäftig ins eine Ohr hinein und zum anderen wieder heraus.

Thomas Schulz, 02.11.2000



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