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Béla Bartók

Die drei Klavierkonzerte

Yefim Bronfman, Los Angeles Philharmonic, Esa-Pekka Salonen

Sony SK 66718
(75 Min.) 1 CD

Mit unbezähmbarer Risikobereitschaft stürzt sich Yefim Bronfman auf Bartóks technisch wie auch gestalterisch heiklen Klavierkonzerte. Vor allem die Ecksätze der ersten beiden Konzerte bewältigt Bronfman mit einer Rasanz und Spielfreude, die phänomenal genannt werden könnte, wenn es denn nicht mehr zur Interpretation dieser Werke benötigte als die stählerne Löwenpranke.
Besonders in den Finalsätzen, aber auch im Mittelteil des Adagios aus dem zweiten Konzert schlägt Bronfman ein derartig wahnwitziges Tempo an, dass ihm zuwenig Platz bleibt für Nuancierung und durchdachte Artikulation. Hinzu kommt, dass in diesen Passagen Orchester und Klavier klanglich miteinander verkleben und das ansonsten transparente Klangbild leicht mulmig wird.
In den eher ruhigen, verhaltenen Momenten von Bartóks Musik zeigt Bronfman dann, dass es ihm keinesfalls an gestalterischer Finesse mangelt. Die überirdische Leichtigkeit des dritten Konzerts, Bartóks Schwanengesang, trifft er wie kaum ein zweiter, und auch der innige Dialog zwischen Klavier und Streichern im Adagio des zweiten Konzerts ist überzeugend gelungen. Stände alles übrige auf gleicher Höhe, ließe sich von einer Referenzaufnahme sprechen. So, wie die Dinge liegen, handelt es sich "nur" um eine weitere gute Einspielung dieser genialen Werke.

Thomas Schulz, 28.02.1996



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