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Tango: Zero Hour

Astor Piazzolla

Nonesuch/Warner Jazz 7559-79469-2
(46 Min., 5/1986) 1 CD

Der Urheber des Tango Nuevo (1921-1992) hatte bereits als zwölfjähriger Junge einen Filmauftritt mit dem unvergessenen Carlos Gardel. Viel später erhob Piazzolla den Tango aus den Niederungen des Tanz- und Unterhaltungsmilieus der Vorstädte von Buenos Aires in den Rang einer wahren Weltmusik. Er selbst definiert sie hier als eine Kombination aus Tango, Tragödie, Komödie und Bordell (dem Herkunftsmilieu des Tangos).
Piazzolla hat zwar eine klassische Ausbildung bei Nadia Boulanger genossen: Die riet ihm jedoch sinngemäß, die neutönerischen europäischen Klänge aufzugeben, mit denen er sich bis dahin beschäftigt hatte, und sich lieber auf seine südamerikanischen Wurzeln zu besinnen. Trotzdem kam ihm die Pariser Zeit nachträglich enorm zugute: Dank mancher aus der E-Musik entlehnter Gestaltungsmittel zeichnet sich seine improvisatorische Elemente einbeziehende Kunstmusik immer wieder durch eine gesunde Querständigkeit aus.
Unverkennbar, ja unverwechselbar darin bleibt natürlich der Sound seines Bandoneons: Es intoniert Melodien voll tief empfundener, aber allzu häufig unerfüllter Leidenschaft - diese Erfahrungen haben den Tangospieler zwar lebensklug, aber auch zu bitter gemacht, um sich mit Sentimentalitäten aufzuhalten.
"Tango: Zero Hour", 1986 mit dem längst legendären New Tango Quintet eingespielt, bezeichnete Piazzolla als "die absolut größte Platte, die ich in meinem ganzen Leben machte. Wir gaben unsere Seelen dafür hin." Sie wurde bereits bei ihrem ersten Erscheinen als Klassiker gefeiert - und scheint bei jeder Wiederbegegnung noch zu wachsen. Warum? Hören Sie den "Milonga del Angel", und Sie werden verstehen.

Mátyás Kiss, 05.07.2001



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