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EnRoute

John Scofield

Verve/Universal 9861357
(74 Min., 12/2003) 1 CD

EnRoute, welch ein Titel für John Scofield, diesen Meistergitarristen, der stets unterwegs ist, Erneuerung und Perfektion im Ausdruck seines Selbst zu suchen. Nahtlos, wie in der Titelschreibweise fügen sich die Etappen vom ungestümen Newcomer, der seinen Einstand auf einem deutschen Label feierte, dann an der Seite von Miles Davis zum ebenbürtigen Partner reifte, und sich schließlich zum gewichtigen Exponent seines Instrumentes mit verschiedenen Projekten etablierte, bis zu dieser aktuellen Produktion. Dieser Gitarrist ist also mit allen Wassern gewaschen, die da im Delta von Bebop, Blues und Fusion fließen. Mancher mag da in jüngerer Zeit etwas zuviel Stil-Mix vernommen haben; doch war, was aus einem Scofield-Verstärker quillt, weich gespült. Jetzt hat John Scofiled im schlichten Trio ganz bewusst ein straightes Jazz-Album live eingespielt - und es setzt prompt Maßstäbe. Die Chemie der Beteiligten stimmt, wie kann es anders sein. Sie spielen schon seit Jahren immer wieder zusammen und bilden dann die Seltenheit eines echten Ensembles (im Gegensatz zu den allgegenwärtigen, Gig bezogen zusammentelefonierten Edel-Jam-Sessions); Scofields Partner sind keine Geringeren als Steve Swallow, der Mann, der den E-Bass immer wieder als genuines Jazzinstrument erfindet, und das Hörwunder am Schlagzeug, Jazzgroove-Maker Bill Stewart. Herrlich offene Musik macht dieses Ensemble, in der das Wunderbare gelingt, dass sich gewissermaßen drei Duos synchron artikulieren - so wie in einer chemischen Ringverbindung die Verbindungsvalenzen immer in Bewegung sind - und sich so prozessartig in perfekter Verzahnung ein Weltklasse-Trio generiert. Das ist wahrlich Bebop für das 21. Jahrhundert; aufregender kann er kaum klingen.

Thomas Fitterling, 15.05.2004



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