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Karlheinz Stockhausen, György Kurtág

Gruppen, Stele, Grabstein für Stephan

Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado

Deutsche Grammophon 447 761-2
1 CD

Auch heute, da die Qualität zeitgenössischer Musik nicht mehr wie in den fünfziger und sechziger Jahren ausschließlich am sogenannten Materialstand gemessen wird, können Karlheinz Stockhausens „Gruppen“ für drei Orchester nach wie vor als Meisterwerk gelten. Freilich als eines, das es zu studieren gilt. Die ungeheure Komplexität der Komposition ist wohl kaum je überboten worden, und Stockhausens Konzept der permanenten zeitlichen Überlagerung lässt sich nur mit der Partitur in der Hand erfassen. Die Lebendigkeit, ja Explosivität dieses Orchestertableaus erschließt sich jedoch auch dem Nicht-Gelehrten.
Obwohl die „Gruppen“ für den Ungarn György Kurtág bei ihrer Uraufführung ein Initialerlebnis darstellten, könnte dessen dunkel-obsessive, konduktähnliche Orchestermusik vom eruptiven Stil Stockhausens kaum weiter entfernt sein. Die Qualität der Aufführungen ist hervorragend; Claudio Abbado unterstreicht erneut seinen Ausnahmerang unter den „Star“-Dirigenten.

Thomas Schulz, 31.01.1997



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