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Jean Sibelius

Sinfonien Nr. 4 und 5

Isländisches Sinfonieorchester, Petri Sakari

Naxos 8.554377
(69 Min., 11/1997, 2/1998) 1 CD

Alle Achtung! Hier scheint ein Sibelius-Zyklus zu entstehen, der mit den großen Namen konkurrieren kann. Petri Sakari bietet eine spannungserfüllte, voll und ganz überzeugende Interpretation der düster-herben Vierten Sinfonie. Mit durchweg gemessenen Tempi und zugespitzten Klangfarben trägt er dem grüblerischen Charakter des Werks Rechnung, ohne jedoch jemals in Larmoyanz zu verfallen. In ihrer epischen Grundhaltung erinnert seine Lesart ein wenig an die Karajans (DG), doch betont Sakari stärker die tragische Grundhaltung des Finales, wenn er, nach dem letzten Höhepunkt, das Tempo stark drosselt, den Impetus der Musik langsam ersterben lässt. Eine extreme Deutung, doch sie rechtfertigt sich aus Sakaris konsequenter Charakterzeichnung in den vorangegangenen drei Sätzen.
Die freundlichere, hymnische Fünfte erfährt durch den Dirigenten eine sinnfällig aufgebaute Deutung, die in der thematischen Strukturierung vielen sonst schnöde übersehenen Mittelstimmen zum Recht verhilft und das opulente Herausspielen von Höhepunkten nicht verschmäht. Sicher gehört das isländische Orchester nicht zur ersten Garde, doch teilt sich ihr Engagement in jedem Takt mit. Ein etwas rauer Klang passt im Übrigen gar nicht schlecht zur Musik des finnischen Sinfonikers.

Thomas Schulz, 09.03.2000



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