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Jean Sibelius

Violinkonzert, Der Sturm

Dmitri Sitkowetzky, Academy of St Martin in the Fields, Neville Marriner

Hänssler/Naxos 4 010276 010500 (CD 98.353)
(70 Min., 1/1999, 2/1999) 1 CD

Eine mehr als achtbare Aufnahme des beliebtesten aller skandinavischen Violinkonzerte, die aber trotzdem nicht an die Spitze heranreicht. Bei einem Geiger vom Range Sitkowetzkys dürfte es außer Frage stehen, dass er die zahlreichen Klippen des schwierigen Stückes spielend bewältigt. Doch eine vollständige Identifikation mit dem Gehalt des Werks findet zumindest nicht immer statt. Etwa im Finale, dass Sitkowetzky weniger schwungvoll als aggressiv angeht - vielleicht eingedenk der Worte Sibelius' der Satz beschreibe einen Totentanz? Der rechte Funke springt nicht über, bei aller Meisterschaft wirkt die Interpretation manchmal etwas hölzern, woran das nicht übermäßig engagierte Spiel der Academy seinen Anteil hat.
Die CD lohnt trotzdem die Anschaffung, denn als Kopplung wählt Marriner die zwei Suiten aus der Schauspielmusik zu Shakespeares "Sturm", einem der letzten Werke Sibelius', inklusive des selten aufgenommenen Vorspiels. In dieser Musik finden sich einige der faszinierendsten und klanglich ungewöhnlichsten Momente von Sibelius' orchestralem Œuvre, etwa in der Naturschilderung "Der Eichbaum", wo Ariels Klagen in nebelhaften Harmonien Gestalt finden. Das Orchester befindet sich hier wesentlich besserer Form als im Violinkonzert, und Marriner beweist Gespür für die nicht einfach zu fassende Welt des späten Sibelius.

Thomas Schulz, 27.04.2000



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