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Chet Is Back!

Chet Baker Sextet

RCA/BMG 74321 79619 2
(57 Min., 1/1962) 1 CD

Chet Baker, wegen Drogendelikten ins europäische Exil gezwungen, aber auch dort nicht vor Gefängnisstrafen gefeit, traf vor beinahe vierzig Jahren ausgerechnet in Rom auf drei belgische Sidemen sowie den Schweizer Schlagzeuger Daniel Humair und den italienischen Pianisten Amadeo Tommasi. Damals hatte er noch seine eigenen Zähne, die er als Opfer eines Überfalls in den späten Sechzigern einbüßen sollte. Dieses Detail erwähne ich hier deshalb, weil sich Hörer, die Baker in der Hauptsache mit seinem balladesken Spätwerk verbinden, kaum noch bewusst machen, welch feurig boppender Trompeter er in seiner von physischer Schönheit gesegneten Jugend außerdem war. Die hohe Ästhetik seines stets verletzlich wirkenden Sounds blieb jedoch auch in schnelleren Tempi präsent.
Vielleicht war es ein eben beendeter längerer Aufenthalt hinter Gittern, der Bakers Spiel an jenem Januartag so mit brillanten Ideen anreicherte und auch heute noch zwingend wirken lässt. Viel Zeit für Proben wird es nicht gegeben haben, aber Musiker vom Range des Tenoristen und Flötisten Bobby Jaspar, der schon ein Jahr später verstarb, ohne sein enormes Potential ausgeschöpft zu haben, und René Thomas', des wohl besten Gitarristen aus der Schule Jimmy Raneys, brauchten wohl nicht lange, um sich auf ein allen geläufiges Repertoire zu verständigen.
Es gibt Aufnahmen, die seit ihrem ersten Erscheinen alle Jahre erneut aufgelegt werden und so nie Zeit haben, aus dem Bewusstsein der Jazzgemeinde zu verschwinden. "Chet Is Back!" gehört mit Fug und Recht zu dieser kleinen Gruppe unvergessener Einspielungen.

Mátyás Kiss, 31.05.2001



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