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Ludwig van Beethoven

Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 5

Evgeny Kissin, Philharmonia Orchestra, James Levine

Sony SK 62926
(68 Min., 1/1997) 1 CD

Diese erste Platten-Kooperation zwischen dem Dirigenten James Levine und dem Pianisten Jewgenij Kissin wird von der französischen Cognac-Firma Hennessy gesponsert. Da muß man sich fragen, warum man nicht weniger bekannten Nachwuchstalenten den Vorzug gibt mit einem attraktiveren Programm, denn diese beiden dürften ja wohl nicht mehr am Hungertuch nagen.
Das Ergebnis dieser Routine-Begegnung mit Beethoven in den Londoner Abbey Road Studios entspricht in etwa den Erwartungen: Levine gibt sich alle Mühe, das etwas rauh und lustlos klingende Philharmonia Orchestra zu schwungvollem Spiel zu animieren, während sich Kissin auf seine perfekte Technik, seine glasklare Artikulation, seine beeindruckende Musikalität verläßt, die ihn natürlich bei solchen Standardwerken kaum im Stich läßt.
Aber das entscheidende Quentchen Zauberkraft und Atmosphäre vermag auch er nicht herzustellen, da beide Interpretationen an keiner Stelle die “Schwerkräfte” des rein Faktischen zu überwinden vermögen, um den Schwebezustand des Auratischen zu erreichen. Beide Konzerte klingen zu bodenständig-profan, zu spannungslos, zu wenig tief empfunden, um uns wirklich neue Einblicke in Beethovens komplexen Seelenkosmos zu gewähren. Zwei Starmusiker scheuen jedes Risiko und setzen auf professionelle Routine. Eine entbehrliche Produktion.

Attila Csampai, 30.04.1997



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