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What You Dealin' With

Wycliffe Gordon

Criss Cross/Harmonina Mundi 1212
(62 Min., 1/2001) 1 CD

Der Posaunist Wycliffe Gordon wurde im 1994 aufgelösten Septett von Wynton Marsalis und als Mitglied des Lincoln Center Jazz Orchestras bekannt. Was Wycliffe Gordon seine individuelle Stimme verleiht, ist eine tiefe Prägung durch die Spieler der traditionellen Ära, besonders aus dem Dunstkreis Armstrongs (Kid Ory, Trummy Young, Jack Teagarden) und Ellingtons (Tricky Sam Nanton, Lawrence Brown). Dass er sich auch mit Mehrklängen und dergleichen Modernismen auskennt, belegt sein Solofeature "Bone Abstractions".
Aber bei aller sportiven, als solcher wirklich erstaunlichen Virtuosität, ohne die seit J.J. Johnson kein Posaunist auskommt, bleibt Gordons Sound doch immer erdverbunden, im besten Sinne funky, dabei stets elegant, weil der musikalischen Aussage verpflichtet - wie auf dem als Posaune-Bass-Duo zelebrierten "Mood Indigo". Teils sehr abgespielten Themen ("Blue 'n' Boogie", "Cherokee") gewinnt er durch unerwartete Arrangements und beseelte Interpretationen neue Seiten ab.
Dieses Album, erst das zweite unter eigenem Namen, profitiert auch von seiner interessanten Besetzung: Der Klavierhocker bleibt leer, dafür gibt es drei Bläser - Gordon selbst, den Trompeter Ryan Kisor sowie Victor Goines und Herb Harris, die sich am Tenorsaxofon ablösen. Der mit großer Musikalität gesegnete Bassist Zach Pride darf als Entdeckung gefeiert werden, und Rodney Green gehört zu jener raren Spezies Schlagzeuger, die noch mit den Besen umgehen und leise spielen können.
Dieses an nur einem Tag eingespielte Werk kann ich nur wärmstens empfehlen. Hören Sie zum Einstieg "I Remember Al", Gordons im Jungle-Stil mit dem Plunger Mute geblasenen, tief empfundenen Tribut an den verstorbenen Posaunisten Al Grey.

Mátyás Kiss, 17.01.2002



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