Responsive image
Francesco Provenzale, Cristofaro Caresana u.a.

Missa defunctorum u.a.

Cappella de’Turchini

Eloquentia/harmonia mundi EL 0710
(47 Min., 9/2006) 1 CD

Francesco Provenzale (ca. 1624-1704) und Cristofaro Caresana (ca. 1640-1709) – zwei Meister der barocken neapolitanischen Schule, die heute wohl nur noch Spezialisten bekannt sind. Was sie – im typischen Mix aus "Stile antico"-Elementen und konzertierender barocker Schreibweise mit teils obligat geführten Instrumenten – auf kirchenmusikalischem Gebiet zu leisten im Stande waren, dokumentiert diese schöne CD anhand eines Requiems und eines Vesperpsalms aus der Feder Provenzales sowie einer "Dixit Dominus" (erster Psalm der Sonntagsvesper) von Caresana. Provenzale stellt sich in seinem Requiem der Herausforderung, auch die sehr lange Sequenz zu vertonen (einige Jahrzehnte zuvor war das noch eher eine Seltenheit) und beweist anhand dieser im Metrum sehr gleichförmigen Textvorlage seine kompositorische Raffinesse durch eine sehr plastische und differenzierte musikalische Ausgestaltung. Nicht minder aussagekräftig und klangvoll gelangen ihm die übrigen Teile des Requiems – wahrlich ein hörenswertes Werk.
Die Musiker der "Cappella de’Turchini" unter Antonio Florio präsentieren eine im Sinne der historisierenden Aufführungspraxis kompetente und weitgehend sehr gelungene Einspielung der unbekannten Werke. Einzig stößt man sich, wenn die Solisten zum Einsatz kommen, ein wenig an der recht grellen Stimmgebung der beiden Tenöre – ein kleiner Makel innerhalb einer ansonsten sehr respektablen interpretatorischen Leistung.

Michael Wersin, 21.12.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top