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Richard Strauss

Frühe Orchesterwerke

Bamberger Symphoniker, Münchener Kammerorchester, Karl Anton Rickenbacher

Koch 0 99923 65402 5
(65 Min., 1999) 1 CD

Auch ein glühender Verehrer von Richard Strauss würde Kompositionen wie den Festmarsch op.1 Fünfzehnjährigen oder die vier winzigen Einlagestücke zu "Romeo und Julia" nicht zu Meisterwerken erheben können. Die zehnte Folge der Reihe "Der unbekannte Richard Strauss" versammelt der philologischen Vollständigkeit halber Fundstücke, die allenfalls Doktoranden kennen werden. Aber diese Splitterwerke aus der frühen Zeit sind ausgesprochen aufschlussreich für das künstlerische Selbstverständnis des späteren Strauss.
Es machte ihm nichts aus, Gebrauchsmusik für lebende Bilder oder Theateraufführungen zu schreiben. Kompromisse zu machen fiel ihm leicht, Leichtgewichtiges belastete sein Künstlergewissen kaum. Hätte sich ein Mahler dagegen gesträubt! Wie wenig die Musik zu vier lebenden Bildern, 1892 geschrieben, erahnen lässt, was nur wenige Jahre später mit revolutionären Tondichtungen und der "Salome" folgen würde, ist geradezu irritierend. Andererseits, die Musik zur Schlacht bei Lützen (das dritte der "Bilder") scheint ein wenig zwinkernd hinüberzublicken zur Bataille mit den Widersachern im "Heldenleben". Seinem Vater, der sie für kleineres Ensemble arrangieren wollte, schrieb er: "Es bleibt, wenn die Klangwirkung weg ist, nicht viel Gehalt übrig, es ist eben so 'ne Dekorationsmusik." Man muss ihn einfach mögen, den schnoddrigen Strauss.

Matthias Kornemann, 25.05.2000



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