Responsive image
Richard Strauss

Klavierquartette

Lyric Klavierquartett

Black Box/Note 1 6 80125 10482 3
(55 Min., 9/1997) 1 CD

Die Werke dieser CD beweisen den Scharm des, nun, nicht ganz Erstrangigen - zweitklassig klänge zu negativ. Das Klavierquartett des gerade einmal zwanzigjährigen Richard Strauss ist ein sehr wohlklingendes, brillantes und wendiges Jugendwerk, das eine Position als festes Bestandteil des kammermusikalischen Repertoires sehr wohl verdient hätte – nur dass es eben nicht wie Strauss klingt, sondern wie Brahms light, vor allem in den Ecksätzen. Nur gelegentlich, ganz selten, kündigt sich bereits die Klangwelt der Sinfonischen Dichtung "Aus Italien" an. Den Genuss mindert dieser Umstand nicht, doch schon in seinem nächsten Kammermusikwerk, der Violinsonate, sollte Strauss eine ganz eigene Sprache sprechen.
Joaquín Turina, der mit Strauss lediglich das Todesjahr 1949 gemeinsam hat, äußert sich in einem geschmeidig-romantischen, lyrischen Stil, in Nachfolge etwa seines älteren Landsmanns Granados, durchsetzt mit französischen Elementen. Sein 1931 vollendetes dreisätziges Klavierquartett weiß durch Wärme, Dezenz und eingängige Thematik zu überzeugen, wenn auch die Tiefendimensionen eines Manuel de Falla nicht erreicht werden.
Wirklich erstklassig sind die Interpretationen des amerikanischen Lyric Klavierquartetts, die durch ihr glutvolles, engagiertes Spiel die Freude an den sympathisch unprätenziösen Werken noch steigern. Von diesen Musikern wünsche ich mir eine Aufnahme der beiden Klavierquartette von Fauré.

Thomas Schulz, 14.09.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es generierte durchaus Schlagzeilen, als der Musikwissenschaftler Timo Juoko Herrmann vor gut vier Jahren eine bisher unentdeckte, womöglich gemeinschaftlich entstandene Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri und einem gewissen Cornetti im Prager Nationalmuseum wiederentdeckte – es handelte sich um die Kantate zur Genesung der Sängerin Nancy Storace „Per la ricuperata salute di Ofelia“ KV 477a auf ein Libretto von Lorenzo da Ponte. Dass sie ausgerechnet Timo Juoko […] mehr »


Top