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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Richard Strauss

Eine Alpensinfonie, Rosenkavalier-Suite

Dresdner Philharmonie, Rafael Frühbeck de Burgos

Genuin/Codaex 86074
(71 Min., 10/2005) 1 CD

Normalerweise verbindet man die Namen Strauss und Dresden traditionell mit der hier ansässigen Staatskapelle. Doch nun macht sich die benachbarte Philharmonie auf, der traditionsreicheren Schwester das Strauss-Monopol streitig zu machen. Rafael Frühbeck de Burgos, seit 2 Jahren Chefdirigent des immerhin schon vor 136 Jahren bei der Eröffnung des ersten Dresdener Konzertsaals gegründeten Orchesters, legt mit der Alpensinfonie und der Rosenkavalier-Suite seine zweite bemerkenswerte Visitenkarte aus der sächsischen Elbmetropole (und gleichzeitig die Premiere der neuen CD-Reihe des Orchesters) vor.
Bekanntlich verlangt Strauss‘ letzte und ob ihres - scheinbar plakativen - Programms nach wie vor umstrittenste sinfonische Dichtung aus dem Jahr 1915 von einem Orchester nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Höchstleistungen, und zwar von jedem einzelnen Musiker in der guten Hundertschaft. Um so erfreulicher, was der Live-Mitschnitt des letzten Jahres aus dem Dresdner Kulturpalast offenbart: Die makellos aufspielenden Philharmoniker brauchen spieltechnisch keinen Vergleich zu scheuen. Was insbesondere den Bläsern, auch und gerade im Fernorchester, an Präzision gelingt, lässt keine Wünsche offen.
Frühbeck de Burgos setzt ganz auf den süffigen, fundamentgewaltigen Klang seiner Truppe und bildet Strauss‘ naturalistisches Panoptikum in großen Linien, mit sattem und farbenfrohem Pinsel ab. Ein allzu subtiler Psychologe jedenfalls, der hinter den äußeren Naturschilderungen innerste menschliche Befindlichkeiten aufzuspüren sich müht, ist der Grandseigneur der spanischen Dirigenten nicht. Vielmehr vertraut er - mit Erfolg - auf die Spannungsbögen, die Ausdrucksgewalt und klangfarbliche Vielfalt dieser hinreißenden Musik, ohne nur platt oder plakativ zu wirken.
So erklimmt die Aufnahme, um im Bild der Bergwanderung zu bleiben, wohl nicht den anspruchsvollsten alpinen Viertausender im Reigen der zahlreichen Einspielungen - der bleibt nach wie vor in Händen Sinopolis und der Dresdner Staatskapelle -, aber doch immerhin einen Viertausender! Die "Zugabe" dagegen, die Rosenkavalier-Suite, hat zu wenig Wiener Schmäh abbekommen, ist zu korrekt-hölzern geblieben, ergo: langweilig!

Christoph Braun, 01.09.2006



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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