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Radio Fractal / Beat Music

Wolfgang Mitterer

Hat Hut/harmonia mundi 592
(113 Min., 10/2002) 2 CDs

Wolfgang Mitterers Stücke "Radio Fractal" und "Beat Music" verstören. Zunächst. Denn je länger sie dauern, desto deutlicher wird, wie brillant der Elektronikspezialist die Kombination von Live-Improvisation und einem 105-minütigen Achtkanal-Band konzipiert und mit dem Baritonsaxofonisten Max Nagl, dem Elekrogitarristen John Schröder, dem Schlagzeuger Herbert Reisinger, dieb 13 an den Turntables und sich selbst, Patrick Pulsinger, Erdem Tunakan als Live-Elektroniker verwirklicht hat. Dieses Septett reist durch Klanglandschaften. Hier paaren sich die Beats der Discotheken mit Free-Eruptionen, hier zischt und faucht es über minimalistischen Teppichen, hier reiben sich die Rhythmen des live gespielten Schlagzeugs an den vorfabrizierten Mustern der Elektronik. Der Klang des heißen Atems in dem Körper des Saxofons, das Viepen der Synthesizer, weltentrückte Geräusche und erdverbundene Sounds: Diese Musik hat alles in sich aufgenommen. Sie britzelt, sie ächzt, sie jauchzt, sie windet sich in Schleifen und rennt auf gerader Linie los. Dabei ist sie so dicht und intensiv, dass sie weit aus all dem herausragt, was im NuJazz an Fusionen aus Jazz, Techno, Lounge und HipHop versucht wird. Das macht diese am 19. Oktober 2002 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführte Doppelnummer "Radio Fractal / Beat Music" zur aufregenden Kunstmusik aus den ersten Jahren eines neuen Jahrtausends.

Werner Stiefele, 07.08.2004



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