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Trancedance

Ray Barretto

Emarcy/Universal 159 653-2
(61 Min., 6/2000) 1 CD

Der König des Latin Jazz ist tot, es lebe der König. Wer wollte Ray Barretto diesen Titel nach Tito Puentes Tod streitig machen. Bereits in den fünfziger Jahren diente er dem König der Latin American Music als Lead-Conga-Spieler. Tito Puente war hinter seinen Timbales stets ein Good-Humour-Man. Der lange Weg seines Thronfolgers Ray Barretto hat von einem ähnlichen Ansatz aus zurück zu den prägenden Einflüssen seiner Anfänge geführt, also zu den Anfängen des Latin Jazz in der Zusammenarbeit von Dizzy Gillespie und Chano Pozo.
"Trancedance" ist ein Album, das den Aspekt Jazz, oder vielmehr das Bebop-Erbe, stark betont - wir begegnen etwa den Modern-Jazz-Klassikern "Hi-Fly" oder "Round Midnight". Als authentischer Jazz-Gast wirkt in dem typisch um die Latin-Perkussionsgruppe erweiterten Quintett der Flötist und Saxofonist James Moody mit, der bereits in der legendären, stilbildenden Dizzy-Gillespie-Band dabei war. Für Salsa-Freunde mag "Trancedance" zu jazzig sein; Jazzpuristen wiederum mögen die latin groovende Fixierung des sonst offenen Bebop-Beats als Einengung empfinden. Aber es ist Latin Jazz vom Feinsten.

Thomas Fitterling, 23.11.2000



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