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Jade

Mukta

Alfa/2Kdix/Warner Jazz 6 85738 43162 5
(58 Min., 2000) 1 CD

Indien und der Jazz - hat nicht John McLaughlin mit seiner Gruppe Shakti dieses Thema längst erschöpfend behandelt? Unter dem Gruppennamen Mukta belehren uns fünf junge Leute spielend eines Besseren. Sitar spielt hier mit Brigitte Menon eine Frau: Von denen heißt es, dass sie sich besonders gern um Verständnis und Ausgleich bemühen - warum also nicht zwischen Ost und West?
Als Leader und Komponist fast aller Stücke, die auch meist um ein Bassriff herum aufgebaut sind, fungiert der Bassist Simon Mary, und das Gegengewicht zur melodieführenden Sitar bildet der Trompeter Geoffroy Tamisier, der unweigerlich an den ersten Großmeister der Fusion erinnert: Auch Miles Davis verdankte einige interessantere Projekte seiner letzten Jahre einem Bassisten - Marcus Miller. Gleich zwei Schlagzeuger/Perkussionisten gehören zum Stamm der Band, was die tragende Rolle des Rhythmus' sowohl in der indischen Musik als auch im Jazz unterstreicht.
Aber auch die Duette, die sich Sitar und Trompete liefern, haben in der klassischen Musik Indiens und in der afroamerikanischen improvisierten Musik gleichermaßen eine ehrwürdige Tradition. Schon beeindruckend, wenn dann weder Inder noch Afroamerikaner an einer solch völlig nahtlos funktionierenden Verschmelzung der Kulturen beteiligt sind. Statt dessen bleiben die angeblich so chauvinistischen Franzosen unter sich. Da ist es auch verzeihlich, dass sie die eine oder andere musikalische Reminiszenz an die Kolonialzeit in Afrika einfließen lassen.

Mátyás Kiss, 14.12.2000



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