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Lilacs and Laughter

Florian Ross Brass Project

Naxos Jazz 7 47313 60532 3
(74 Min., 4/1999) 1 CD

Auf seiner dritten Naxos-CD leistet sich der Kölner Pianist Florian Ross den Luxus von acht Blechbläsern - vielleicht als Fortschreibung des englischen Surman/Warren Brass Projects, auf das er sich zumindest verbal bezieht. Mit dem feinen Ohr des theoretisch gründlich ausgebildeten Komponisten ausgestattet, hat er es nicht nötig, mit schierer Lautstärke aufzutrumpfen. Stattdessen lotet er die klangfarblichen und dynamischen Möglichkeiten aus, welche drei Trompeten, drei Posaunen und zwei Waldhörner ihm bieten. Außerdem hält ein Dirigent das elfköpfige Ensemble zusammen, das Ross' wohl überlegte, dabei natürlich fließende Kompositionen gewiss nicht zum ersten Male spielt.
Nachhaltigen Eindruck hinterlässt vor allem die zart abgetönte Beckenarbeit John Hollenbecks, wogegen der als treibende Kraft nicht zu unterschätzende Bassist akustisch zu stark im Hintergrund agiert. Von der übrigen Aufnahmetechnik und den Soli ist nur das Allerbeste zu berichten - ich rate aber in der Mitte des überlangen Programms zu einer Verschnaufpause.

Wenige Tage nach der Veröffentlichung dieser Kritik erreichte uns folgender Brief von Florian Ross: "Ich möchte Ihnen sagen, dass entgegen Ihrer Vermutung 'Außerdem hält ein Dirigent das elfköpfige Ensemble zusammen, das Ross' wohl überlegte, dabei natürlich fließende Kompositionen gewiss nicht zum ersten Male spielt', wir aus Kosten- und Zeitgründen nur zwei Probennachmittage hatten! Das Material wurde vorher noch nie gespielt und auch das Ensemble hat noch nie in dieser Besetzung gespielt. Umso mehr war ich selbst erstaunt, dass die CD nicht nach 'Telefonband' klingt."

Mátyás Kiss, 29.06.2000



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