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Inner Voyage

Gonzalo Rubalcaba

Blue Note/EMI 4 99241 2
(73 Min., 11/1998) 1 CD

Allein auf seinem Klavierhocker, von uns abgewendet, sitzt der für seine manuelle Pyrotechnik berüchtigte Pianist Gonzalo Rubalcaba auf dem Coverfoto. „Inner Voyage“ ist denn auch ein weitgehend meditatives Album geworden, das sich viel Zeit nimmt: Sieben überwiegend breit ausgespielten Balladen stehen nur zwei hektischere Nummern gegenüber, die schon durch Michael Breckers Präsenz aus dem Rahmen fallen und die sorgfältig aufgebaute Stimmung des Albums eher stören als dass sie für Abwechslung sorgten. Auf den Triostücken bewähren sich Jeff Chambers und Ignacio Berroa durch zuverlässige Diskretion, die aber nie in Unterwürfigkeit ausartet – was jedoch keine Entschuldigung dafür liefert, sie weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite der Hülle zu erwähnen.
Musikalisch bedenklich wirkt Rubalcabas eigene Zurücknahme, durch die er dann, wenn er sich von seinen kubanischen Wurzeln entfernt, mehr als einmal zum Jarrett-Epigonen mutiert. Diese Tendenz ist umso bedauerlicher, wenn man die Kraft seiner melodischen Erfindung und das redliche Bemühen um eine überzeugende Gestaltung langsamer Tempi berücksichtigt. Rubalcaba hat seine Themen ihm nahe stehenden Personen zugeeignet – doch in Ehrfurcht zu erstarren ist gewiss nicht die einzig mögliche Haltung, um innere Verbundenheit zu demonstrieren. Folglich kommen gerade auf der eingestreuten Coverversion von Tizols „Caravan“ die Stärken des Trios am besten zum Tragen.

Mátyás Kiss, 31.12.1999



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