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Ludwig van Beethoven

Streichquartette op. 18, Nr. 2 und 6, op. 135

Petersen-Quartett

Capriccio/EMI 10 886
(70 Min., 7/2000) 1 CD

Zielstrebig und ohne viel Reklamegetöse haben sich die Petersens in den letzten Jahren an die Spitze der europäischen Quartette gespielt. Ihre neue CD zeigt aufs Schönste die Stärken dieses Ensembles: Der Beethoven des Petersen-Quartetts ist schlank, muskulös und ideologiefrei. In diesen Interpretationen führt ein direkter Weg von den frühen Quartetten des op. 18 bis zu Beethovens letztem vollendeten Werk. Natürlich ist dieses F-Dur-Quartett ohnehin das am leichtesten zugängliche der späten Quartette. Doch bei den Petersens wird deutlich wie selten, dass Beethoven hier noch einmal Haydn seine Reverenz erweist, nicht zuletzt im irrlichternden zweiten Satz mit seinen irregulären Akzenten und dem atemlosen Trio. Es gibt sicherlich wildere, extremere Interpretationen dieser Musik. Das Petersen-Quartett jedoch gibt feinsinnigem Humor den Vorzug und spielt den Satz hintergründig leise, vergnügt, leggierissimo.
Auch bei der dramatisch gespannten Einleitung zum letzten Satz, die Beethoven selbst mit dem Motto „Muss es sein? Es muss sein!“ versah, geben die Petersens der Organik vor der Rhetorik den Vorzug, und das eigentliche Finale erklingt dann zügig, energisch, aber entspannt. So hell und transparent ist Beethovens Schwanengesang sonst selten zu hören, und er fügt sich hervorragend in die Gesellschaft der beiden frühen Quartette, die von den Petersens ebenfalls mit viel Esprit interpretiert werden.

Thomas Schulz, 26.10.2000



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