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The Music Of Jim Pepper - Witchi-Tai-To

Gunther Schuller

Tutu/Fenn Tutu CD 888 204
(121 Min., 3/1998) 2 CDs

Als der Saxofonist Jim Pepper vor zehn Jahren starb, war er eine Legende. "Flying Eagle" bedeutete sein indianischer Name ins Englische übersetzt, und an einen Adlerflug erinnerte auch sein Saxofonspiel: strahlend Autorität gebietend war sein Ton, und die Linien schwangen sich mitunter zu Schwindel erregenden Höhen auf, um dort lange auf höchstem Intensitätsniveau zu verharren.
Und zu Jim Pepper gehörte diese fast naive, und doch so authentische Art, mit der er seine indianische Musiktradition, ohne sie zu beschädigen, in den Jazz integrierte. Sein Bassist und enger Freund Ed Schuller und sechs weitere Mitstreiter von einst haben sich 1998 mit dem WDR-Radio-Orchester zusammengefunden, um den schönsten "Flying-Eagle"-Kompositionen und solchen, die eng mit Jim Pepper verbunden sind, Tribut zu zollen. Die Orchesterarrangements schrieb Ed Schullers Vater Gunther, der große Pionier und Klassiker des Third Stream.
Sieben der dreiundwanzig Titel der aufwendig gestalteten Doppel-CD sind traditionelle indianische Tanzstücke und Gesänge, die a cappella von indianischen Meistersängern vorgetragen werden. Auf zwei Nummern ist Jim Pepper solo mit seiner unnachahmlichen Sprech- und Instrumentalvortragsweise selber zu hören. Fünf weitere Titel werden von dem Jazzseptett, in dem der Pianist Kirk Lightsey eine wichtige Rolle spielt, allein gestaltet.
Die zentralen Aufnahmen aber sind die zehn Orchesterstücke unter der Stabführung Gunther Schullers. Der rumänische Saxofonist Niclas Simion ist der herausragende Solist: der Geist der Prärie trifft auf die Spiritualität Transsilvaniens. Die Orchesterarrangements erfassen das Wesen von Jim Peppers Musik mit liebevoller Ehrfurcht, die allerdings von fast enttäuschend sparsamer Diskretion ist. So wird "The Music Of Jim Pepper" in neuer Dimension aufregend erlebbar.

Thomas Fitterling, 03.10.2002



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