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The Timekeepers

Count Basie, Oscar Peterson

Original Jazz Classics/ZYX OJC20 790-2
(37 Min., 2/1978) 1 CD

Man vermeint schon vorher zu wissen, wie dieses Album klingt: Da stieß 1978 ein Tastenlöwe, ein Fanatiker rasender Läufe auf den größten Meister der Einfachheit, der die Kunst beherrscht, mit einem Minimum von Tönen, Linien von größter rhythmischer und melodischer Intensität zu schaffen. Das kann doch nicht gut gehen?
Und doch: Peterson und Basie besinnen sich auf ihre Gemeinsamkeiten und passen zusammen, gut sogar! Beide sind enorm swingende Pianisten - der Titel „The Timekeepers" ist eine nette Untertreibung dafür - mit einem recht ähnlichen Repertoire, dass auf diesem Album recht blueslastig ist. Petersons Zurückhaltung zeugt von hoher Achtung vor der Kunst Basies. Er verkneift sich manches virtuose Mätzchen und begleitet den Basie nicht so dicht, wie er es mit anderen Solisten tut, sondern lässt ihm genug Platz für Pausen, die ja in Basies Musik so wichtig sind wie die Töne. Der Bassist John Heard und die Schlagzeuglegende Louie Bellson assistieren dezent.
So entstand eines von fünf gemeinsamen Alben, bei denen die Pianisten sich erstaunlich nahe kommen, fast schon so nahe, dass man sich mehr Kontrast gewünscht hätte. Obwohl beide Klavierlegenden untadelig miteinander kommunizieren, erreicht keiner die Höchstform, die er ohne den anderen so oft demonstriert hat.

Marcus A. Woelfle, 23.03.2000



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