Responsive image

Remparts d'argile

Henri Texier

Label Bleu/EFA 7 94881 62182 8
(54 Min., 7/2000) 1 CD

Neue Aufnahme, brillante Tontechnik, rückwärts gewandter Sound: Die CD, die der Bassist Henri Texier mit seinem Sohn, dem Saxofonisten und Klarinettisten Sebastien Texier, und dem Schlagzeuger Tony Rabeson aufnommen hat, hätte auch vor dreißig Jahren entstehen können - ein Urbild liefern die heißen Saxofon-Schlagzeug-Duette John Coltranes mit Elvin Jones und Rashied Ali. Kurios, dass ausgerechnet der Bassist, der jenseits seiner kompositorischen Beiträge hier die relativ geringste Rolle spielt, als Leader fungiert - er ist von den dreien, die alle auf gleich hohem Niveau musizieren, wohl der bekannteste.
Jedenfalls geht das raue Gebläse stark in Richtung klassischer Free Jazz, während die Rhythmen ausgeprägt rituell anmuten. Kein Wunder, ist dies doch eine ganz besondere Art von Filmmusik: Als der Dokumentarist Jean-Louis Bertuccelli das Trio gehört hatte, lud er es ein, zu seinem 1970 in Nordafrika gedrehten Film "Remparts d' Argile", dessen Soundtrack bislang nur Originaltöne aufwies, eine Musik zu improvisieren. Nach gleichem Muster war 1957 Miles Davis' bedeutender Beitrag zu Louis Malles "Fahrstuhl zum Schafott" entstanden. Ich kenne weder "Remparts d'argile" noch seinen Regisseur, doch die die unabhängig von ihrem Anlass aufregend gelungene Musik macht mich auf den Film neugierig.

Mátyás Kiss, 11.01.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens […] mehr »


Top