Responsive image

Stardust

Ron Carter

Somethin' Else/Capitol 5 37813 2
(52 Min., 4/2002) 1 CD

Ron Carter, der Bassist des zweiten legendären Miles-Davis-Quintetts, ist mittlerweile ein Elder Statesman des Jazz, ein distinguiertes Mitglied in dem exklusiven Club älterer Herren, die ihre Hipness von einst mit der Gelassenheit weltläufiger Eleganz als zeitlose Kunst zelebrieren.
Für seine neuste CD hat er mit dem Pianisten Roland Hanna, dem Saxofonisten Benny Golson und dem Vibrafonisten Joe Locke prominente Mitglieder dieses Clubs verpflichtet. In einem Programm aus drei Originals von Ron Carter selber, zweien aus der Feder seines Bassisten-Kollegen Oscar Pettiford und zwei Standards tun die Gentlemen, zu denen auch der kongeniale Schlagzeuger Lenny White zählt, nichts weiter als das, aber gerade eben das: sie zelebrieren mit scheinbar leichter Hand elegant lässige, sich immer aufs Neue spannend fortspinnende Melodik und Akkordik. Improvisierte Musik dieser Klasse, ganz ohne Gimmicks - selbst der Chef spielt nur seinen klassischen Kontrabass - ist die Frucht jahrzehntelanger Erfahrung, und dabei ist es gar kein Widerspruch, dass sie gerade deswegen ebenso zeitlos wie frisch klingt.
Eine besondere Freude ist die Wiederbegegnung mit Benny Golson, der einst als Saxofonist in der wohl berühmtesten Ausgabe von Art Blakey's Jazzmessengers für das lodernde lyrische Feuer sorgte und längst nicht in dem Maße auf CD präsent ist, wie es seinem Status und seiner ungebrochenen Schaffenskraft gebührte. Herrlich auch Joe Lockes dunkles Vibrafonspiel, der Milt Jacksonsche Glut mit vibratoloser Coolness verbindet. Ron Carters distinguierte Eleganz ist in jedem Beat spürbar und seine Solobeiträge sind Musterbeispiele logischer Strukturiertheit und Linearität.

Thomas Fitterling, 30.05.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Am seidenen Faden: Das hatte sich die kretische Königstochter sicher anders vorgestellt. Der schneidige Athener Prinz Theseus, mit dem sie von Zuhause ausgebüchst war, lässt sie auf der erstbesten der zahlreichen griechischen Inseln schlafend am Strand liegen und sticht in See. Dabei hatte sie ihm das Eheversprechen abgeluchst, bevor sie ihm im Gegenzug aus dem Labyrinth des Minotaurus heraushalf – mithilfe eines einfachen Fadens, den dieser beim Gang ins Innere abspulte und beim Weg zum […] mehr »


Top