Responsive image

Resistance Is Futile

Steve Coleman, Five Elements

Label Bleu/Sunnymon LBLC 6643/44
(135 Min., 7/2001) 2 CDs

In der Tat: Bei Steve Colemans Art Musik zu machen, ist jeder Widerstand zwecklos. Wer sich nicht gleich ergibt, verlässt fluchtartig den Raum. Colemans Septett Five Elements, dem außer dem Saxofon blasenden Leader noch zwei Trompeter, ein Keyboarder, ein Bassist und zwei Schlagzeuger angehören, steigert die nervöse Unrast des Bebop noch einmal erheblich: Bei der Interpretation von Parkers "Ah-Leu-Cha" gerät schon die Themenvorstellung zur Geduldsprobe.
Überhaupt gehört die zersplitterte und verhackstückte Zeit, die mehr dem hektischen Schnitt von Videoclips als dem menschlichen Herzschlag oder Puls abgeschaut ist, eher in das Hip-Hop-Genre als in eine Jazzband: Der Schlagzeuger drischt so enervierend unmusikalisch auf die Felle, dass Ornette Colemans umstrittener Sohn Denardo sich daneben wie ein Max Roach ausnimmt. Der E-Bassist erinnert an den "harmolodischen" Gebrauch dieses Instruments in Ornette Colemans "Prime Time", und so ginge es weiter durch die Besetzungsliste. Doch ich sehe keinen Grund, mich so lange mit derart zweifelhafter Musik aufzuhalten.

Mátyás Kiss, 28.03.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top