Responsive image

Songs For Joy & Sadness

Tuey Connell

Minor Music/In-Akustik MM 801095
(41 Min., 8/2000) 1 CD

Ein Jahr nach seinem erstaunlichen Europa-Einstand "Is This Love" erhalten wir von Tuey Connell ein zweites Lebenszeichen; wenn man die US-Veröffentlichungen auf seinem Label TuConn Music dazu rechnet, ist es das vierte. Ich kann alles Positive, das ich damals anführte, nur bekräftigen, muss aber gleichzeitig kleine Verluste beklagen: Die Spielzeit ist arg kurz geraten, und leider fehlen diesmal der Trompeter und der Organist, die auf der vorigen Einspielung für soviel Abwechslung sorgten.
Das Vorhandene aber bereitet ungeschmälertes Vergnügen: Zunächst die neun neuen Lieder aus Connells Feder, von denen sich einige ob ihrer Ohrwurmqualitäten zur Übernahme durch andere Sänger geradezu aufdrängen: "Strawberries At Midnight", "Love Just Took A Bow", oder die den Nagel auf den Kopf treffenden Zeilen "Life's too short to be unhappy, it's too long to be alone". Die lässig-jazzige Phrasierung und die unangestrengt wirkende Stimmlage, die von der vorigen Platte übernommenen Herren Bradfield und Ferguson an Saxofon und Bass sowie der ausgezeichnete Pianist (Dennis Luxion) und Schlagzeuger (Dana Hall) tun ein Übriges, um Freunden des Vokaljazz eine bedenkenlose Kauf-Empfehlung auszusprechen.
Nach all der Aufregung um die verschiedenen Digitalformate kann ich nicht umhin, mit einem Schmunzeln zu ergänzen, dass diese live im Studio entstandene Aufnahme "vollanalog und mit nur drei physisch (also nicht am Computer) erfolgten Schnitten" zustandekam. Ob sich das - wie bei Lebensmitteln aus biologischem Anbau - wirklich auf die Qualität und Bekömmlichkeit der Musik auswirkt, kann ich nicht beantworten; jedenfalls wird der Top-Toningenieur David Baker seinem Ruf gerecht, indem er ein ungewöhnlich volles und warmes Klangbild geschaffen hat.

Mátyás Kiss, 22.11.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wie klingt eigentlich der Winter? Vivaldi fällt einem dazu ein, Schubert natürlich, aber der Lette Pēteris Vasks? Das sollte sich ändern. Denn das Vokalensemble Voces 8 hat sich 2016 dieses Thema gesetzt und ein ebenso atmosphärisches wie überraschendes Album rund um Vasks mehrteilige Komposition „Plainscapes“ für Violine und Chor zusammengestellt. Da finden sich Neo-Classics wie Ólafur Arnalds‘ „For Now I Am Winter“ und Rebecca Dales „Winter“, aber auch Arvo Pärts […] mehr »


Top