Responsive image

Jelena Ana Milcetic a.k.a. Helen Merrill

Helen Merrill

Gitanes-Verve/Universal Jazz 543 089 2
(53 Min., 1999) 1 CD

Die Wiederentdeckung Helen Merrills ist eine der schönsten Begleiterscheinungen des anhaltenden Vocal-Jazz-Trends. Sie gehört zu den ganz wenigen weißen Sängerinnen, die seit Mitte der fünfziger Jahre ihre eigene Musik gestalten. Auf ihrer neuen CD blickt Helen Merrill auf ihre Wurzeln zurück. Zwei Instrumentalstücke erinnern an das Haus ihrer Eltern auf der kroatischen Insel Krk.
In Kammerbesetzung mit dem Sopransaxofon-Genie Steve Lacy vollzieht sie die ganz persönliche Akkulturation europäischen und amerikanischen Songmaterials. Großartig ihre rauchig brüchige Interpretation von "La Paloma". Mit dem schwarzen Pianisten Sir Roland Hanna schließlich verbeugt sie sich vor der afro-amerikanischen Tradition. Fazit: Es gibt kaum eine großartigere Diseuse des stilistisch offenen Modern Jazz als Helen Merrill.

Thomas Fitterling, 09.03.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Den Dreh raus: Zu den Instrumenten, die im Laufe des 19. Jahrhunderts von der Bildfläche verschwinden, gehört die Drehleier. Mit ihrem Nachhall in den hohlen Winter-Quinten in Schuberts „Leiermann“ verabschiedet sie sich aus der Musikgeschichte. Dabei erfreute sie sich, als erstes Instrument, dass Saiten und Tastatur miteinander verband, das ganze Mittelalter hindurch noch eines hohen Ansehens, bevor sie zum Instrument der Bettler und fahrenden Musiker wurde. Den Höhepunkt ihrer […] mehr »


Top