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The Enemies Of Energy

Kurt Rosenwinkel

Verve/Universal Jazz 543 042-2
(60 Min., 11/1996) 1 CD

In Paul Motian's Electric Bebop Band spielt Kurt Rosenwinkel eine tragende Rolle. Als Bandleader trat er dagegen kaum in Erscheinung. Dieses Manko gleicht der Gitarrist mit "The Enemies Of Energy" endlich aus. Acht eigene Kompositionen wirken angenehm offen und luftig - und stecken doch voll musikalischer Raffinesse. Ähnlich wie Paul Motians Band baut auch sein eigenes Quintett durch den Kontrast aus rhythmischen Bewegungen und elegischen Melodien immense Spannung auf, hält diese aber stets knapp unter dem Zerreißpunkt. Dabei findet Rosenwinkel im Saxofonisten Mark Turner einen ähnlich idealen Gegenpol, wie dies einst Joe Lovano für John Scofield war. Gelegentliche Anklänge an funky Shuffle-Rhythmen und im Gitarrensound verstärken diese Assoziation noch, während andererseits die Improvisationslinien von der Eigenständigkeit Kurt Rosenwinkels zeugen. Scott Kinsey, Ben Street und Jeff Ballard verstehen sich an Piano, Bass und Schlagzeug hervorragend darauf, die Strukturen ebenso offen wie intensiv zu halten. Die einzige Fremdkomposition, "Point Of View" seines Pianisten Scott Kinsey, erinnert an Frank Zappas zerrissene Klangkonstrukte aus dem Synclavier auf "Jazz From Hell", sind aber auf traditionellen Instrumenten entstanden. Einzig der "Polish Song", auf dem Kurt Rosenwinkel Unverständliches zur akustischen Gitarre greint, fällt völlig aus dem Rahmen des Albums.

Werner Stiefele, 27.04.2000



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