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Melaza

David Sánchez

Columbia/Sony 5 099706 208525
(60 Min., 2/2000) 1 CD

Nicht alle Musiker spanischen Namens kommen aus Kuba: David Sánchez ist Puertorikaner und als solcher auch automatisch US-Amerikaner. Die Insel seiner Geburt liefert den Hintergrund seiner neuesten Aufnahme: Puerto Ricos Hauptexportartikel ist seit Jahrhunderten der Rohrzucker, und bei dessen Gewinnung - lange Zeit auf von afrikanischen Sklaven bewirtschafteten Plantagen - fällt auch die titelgebende Melasse an. Seinen afrikanischen Vorfahren und deren zündenden Bomba- und Plena-Rhythmen hat sich Sánchez nun verstärkt gewidmet.
Sánchez muss Saxofone schon sehr mögen - außer sich selbst am Tenor und Sopran beschäftigt er noch den Altisten Miguel Zenón, und einmal spielt sogar sein Coproduzent Branford Marsalis mit. Zum Glück erwidern die Instrumente seine Zuneigung auch, sodass das Zuhören zum reinen Vergnügen wird. Unabdingbar für den Zusammenhalt von Sánchez' Musik sind Piano (Edsel Gomez) und Bass (Hans Glawischnig), ohne deren harmonische Ankerfunktion die Parts der beiden Perkussionisten bei weitem nicht so überzeugend über die Rampe kämen.
Die Aufnahme zeigt - gerade im Vergleich zu Danilo Perez' "Motherland" - sehr schön, wie gut die Hochzeit zwischen karibischen Rhythmen und ausgeschlafenem Jazz funktionieren kann, wenn eine aufeinander eingespielte und bestens motivierte Working Band die Zeremonie vornimmt.

Mátyás Kiss, 09.11.2000



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