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Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 4, Posthorn-Serenade

NDR Sinfonieorchester, Günter Wand

RCA/BMG 7 43218 97172 3
(75 Min., 4/2001) 1 CD

Nach seiner grandiosen Einspielung von Bruckners Achter mit den Berliner Philharmonikern (siehe Rezension) wendet sich Günter Wand nun mit "seinem" NDR-Orchester wieder Beethoven zu. Als Kopplung gibt es eine Wand-Novität: Mozarts "Posthornserenade" - kontrastfreudig, dynamisch, wenn auch nicht unbedingt geschmeidig dargeboten, als Sinfonie eher denn als Erbauungsmusik.
An Beethovens Vierter hebt Wand den apollinischen Charakter hervor. Doch wer in diesem Werk die Geschwindkeitsrekorde der "Originalklang"-Apologeten wie Norrington und Gardiner oder die leichtgewichtige Windschnittigkeit der Einspielung David Zinmans gewohnt ist, wird sich über Wands gemessene, betont seriöse Gangart zunächst wundern. In der Tempowahl kommt Wand Klemperer nahe, in seiner Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit bringt er strukturelle und instrumentatorische Details zum Klingen, über die vorgenannte Dirigenten hinwegrasen.
So sehr ich dies respektiere, vermisse ich doch in dieser Einspielung einen wichtigen Grundzug dieser "griechisch schlanken Maid", wie Schumann das Werk nannte: Biegsamkeit, Charme und nicht zuletzt den typisch beethovenschen Humor, wie er besonders im Finale zum Tragen kommt. Wands "griechische Maid" blickt etwas zu streng drein, hat kräftige Muskeln und ein energisch vorspringendes Kinn.

Thomas Schulz, 10.01.2002



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