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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Quiet

John Scofield

Verve/Universal Jazz 533 185-2

Immer wenn John Scofield im Laufe seiner Karriere neue Impulse benötigte, wechselte er Plattenfirma und Bandkonzept. Sein Debütalbum bei Verve, aufgenommen mit einem Tentett, lässt jetzt Erinnerungen an Wes Montgomery wach werden, der von ebenjenem Label als Popjazz-Musiker verheizt wurde. Derlei Befürchtungen scheinen bei Scofield zumindest vorerst unbegründet. Er interpretiert ausschließlich Eigenkompositionen, und er tut es mit der ihm eigenen Sperrigkeit, obwohl – und das ist die eigentliche Überraschung – alle Titel auf einer Konzertgitarre eingespielt wurden. Die bekannten zerklüfteten Linien und der harte Anschlag klingen dadurch neu und unverbraucht und entwickeln dank der trockenen Abmischung einen spröden Charme.
Am besten gefallen mir die Triopassagen mit Bass (Steve Swallow) und Schlagzeug (Bill Stewart). Die Bläserarrangements dagegen klingen mal wie orchestrierte zwei- und dreistimmige Gitarrenakkorde und mal überladen. Bill Frisell zaubert mit weniger Instrumenten die interessanteren Sounds. Trotz teilweise namhafter Besetzung – Wayne Shorter ist Gastsolist auf drei Titeln – bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Der neue John Scofield ist gewöhnungsbedürftig, und es ist zu fragen, wie viel Entwicklungspotential ein Konzept besitzt, das nur wenig Spielraum für Interaktion lässt.

Jürgen Schwab, 31.03.1996



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