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Art Blakey's Jazz Messengers & Thelonious Monk

Art Blakey, Thelonious Monk

Atlantic/Warner 81227 3607-2
(65 Min., 5/1957) 1 CD

Dieses Zusammentreffen zweier Jazz-Giganten auf der Höhe ihres Könnens fand nur wenige Wochen nach den Aufnahmen zur kürzlich wiederveröffentlichten Jazz-Messengers-Platte "A Night In Tunisia" statt. Jackie McLean ist jedoch nicht mehr dabei, und Griffin und Hardman, mit den Kompositionen Monks noch wenig vertraut, verlassen sich hauptsächlich auf die ihnen zugrunde liegenden, von Standards abgeleiteten "changes". Johnny Griffin sollte sich schon bald tiefer auf Monks Formen und Verfahren einlassen; im folgenden Jahr trat er für einige Monate die Nachfolge John Coltranes in Monks Quartett an.
Der Mann auf Sam Dockerys Klavierstuhl hatte jedoch nicht bloß Einfluss auf das gespielte Repertoire: Auch stilistisch bemühten sich die "Jazzbotschafter", an diesen zwei Studiotagen ganz auf die Persönlichkeit Monks einzugehen. Art Blakey war wie kein anderer Schlagzeuger mit Thelonious Monk vertraut und harmonierte mit ihm auch musikalisch am schlüssigsten: Dieses starke Band ist von Monks erster Studiosession (Oktober 1947) bis zum letzten Konzertmitschnitt mit dem All-Star-Sextett "Giants Of Jazz" (November 1972) immer wieder zu spüren.
Abstriche bei der Qualität der Musik, die manchmal in einer Grauzone zwischen Monk- und Messengers-Sound verbleibt, sind also am ehesten bei der Bassbehandlung Jymie Merritts und beim Trompetenspiel Bill Hardmans zu machen - deren Beiträgen fehlt die Reaktionsschnelligkeit und Geschmeidigkeit, wie sie Monk-Interpreten wie Oscar Pettiford oder Wilbur Ware bzw. Ray Copeland oder Clark Terry zu diesem Zeitpunkt bereits demonstriert hatten. Zum Trost für den Komplettsammler gibt es drei der sechs Titel in bislang unbekannten Alternativversionen.

Mátyás Kiss, 05.12.2002



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