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Three Generations Of Tenor Saxophone

Johnny Griffin, Sal Nistico, Roman Schwaller

JHM/Sunnymoon 3611
(107 Min., 1/1985) 2 CDs

Als ich vor dreizehn Jahren im Münchner Jazzclub "Allotria" aus dem Quell tenoristischer Freuden trank, ahnte ich nicht, daß ich die Aufnahmen des Konzerts später einmal besprechen würde. Angesichts der wundersam verklärten Erinnerung die bange Frage: Was, wenn die Sternstunde als Platte eine Schlaftablette ist, die den Traum entweiht?
Den sagenumwobenen Generationengipfel einberufen hatte der jüngste: Roman Schwaller. Wäre er Amerikaner und nicht Schweizer, der feurige Tenorist wäre längst ein großer Star, ein von Plattenfirmen und Medien gehätscheltes Lieblingskind. Von seinen beiden Idolen zur Höchstform angespornt, boppte er, als hätten 1957 bei seiner Geburt Dexter Gordon, John Coltrane und Johnny Griffin jammend an seiner Wiege gestanden.
Einer von ihnen stand aber nun neben ihm und staunte nicht schlecht: Griffin, der 1957 schon eine geistesverwandte "Blowing Session" mit Hank Mobley und Coltrane aufgenommen hatte. Nach Schwallers erstem Solo meinte Sal Nistico: "Was wirst du jetzt tun? Verdammt, der spielt alles, was du spielst." Und Griffin: "Ich sollte mir lieber etwas ausdenken." Und "Little Giant", der "schnellste Saxofonist der Welt", ließ sich viel einfallen. Als Büchmann der geflügelten Töne zitierte der Chorusarchitekt alles, was nicht niet- und nagelfest ist, schneller, als man mitdenken kann. Sal Nistico wiederum improvisierte sensibel, findig und allen Phrasen abhold.
Doch was wären diese drei gleichrangigen Meister ohne diese groovende Einheit aus Paul Grabowsky (p), Thomas Stabenow (b) und Joris Dudli (dr) gewesen – kreative Solisten, die als Begleiter so geistesgegenwärtig und schlagfertig auf die Einfälle der Tenoristen reagierten, wie man es allzu selten erlebt.
Diese drei Tenöre hätten die "Arena" und nicht nur das "Allotria" füllen sollen.

Marcus A. Woelfle, 31.01.1998



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