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Far East Suite

Duke Ellington

RCA Victor/BMG 743217 47972 5
(61 Min., 12/1966) 1 CD

Die "Far East Suite" markiert die letzte vollendete Zusammenarbeit Ellingtons mit seinem musikalischen Partner und alter ego Billy Strayhorn, der fünf Monate nach den Aufnahmen verstarb. "Isfahan" zum Beispiel ist eine typische Strayhorn-Balladenmelodie in der Tradition der unvergleichlichen "Chelsea Bridge", die durch das Altsaxofon Johnny Hodges' noch einmal um eine Ebene emporgehoben wird, dorthin, wo die Luft recht dünn ist: in den Himmel der unsterblichen Jazzinterpretationen.
Doch unabhängig von solchen Sternstunden der improvisierten Musik gehört die ganze, neunteilige Komposition (von der vier Abschnitte in Alternativfassungen enthalten sind) zu den schönsten und geglücktesten der zahlreichen Suitenkompositionen der späten Ellington-Jahre. Die weltumspannenden Tourneen des Orchesters hatten Ellington und Strayhorn zu eigenen Schöpfungen angeregt, die erstaunlicherweise fast unberührt blieben von den landestypischen Musiken des Fernen Ostens.
Die wichtigsten Solisten Ellingtons bekamen alle ihr eigenes Feature: der Tenorist Paul Gonsalves zeigt uns den "Tourist Point Of View", Jimmy Hamilton singt auf seiner Klarinette wie der "Bluebird of Delhi", Hodges führt auf dem rockigen "Blue Pepper" die bluesige Seite seines Könnens vor, Harry Carney, seit unglaublichen vierzig Jahren Ellington-Sideman, schildert "Agra" auf dem Baritonsaxofon, und Ellington selbst bringt den Rausschmeißer "Ad Lib On Nippon" mit einem trocken-dissonanten Klaviersolo in Fahrt.

Mátyás Kiss, 11.01.2001



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