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Plays Mancini

James Moody

WEA/Warner Jazz 9362-46626-2
(53 Min., 2/1997) 1 CD

Über die Kompositionen des 1994 gestorbenen Henry Mancini haben sich Jazzmusiker seit jeher schöne Gedanken gemacht. Als einen verspäteten Nachruf kann man die neue CD von James Moody betrachten, dem inzwischen zweiundsiebzig Jahre alten ehemaligen Wegbegleiter von Dizzy Gillespie. Der Multisaxofonist glänzt auf vier Instrumenten (inklusive Altflöte); als Sänger wird er zwar keine Preise gewinnen, aber ein gewisser Charme ist seiner scatgewürzten Graupel-Stimme nicht abzusprechen.
Der Elektronik-Spezialist Gil Goldstein sorgt nicht nur für Klangvielfalt an den Keyboards, er hat auch alle Arrangements beigesteuert und den Vorlagen ihren melodischen Reiz belassen. Terri Lyne Carrington, die zarte Drum-Lady mit dem kraftvollen Beat, und Dr. Todd Coolmans keineswegs akademisch abgehobener Baß empfehlen sich als höchst großzügige Adrenalinspender. Leider fehlt eine der schönsten Mancini-Kompositionen: “Dreamsville”, die eine wunderbare Ballade für Moodys expressive Flöte abgegeben hätte. Aber, um mit Tucholsky zu reden: Etwas ist immer.

Horst Schade, 30.04.1997



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