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Angelo Ragazzi u.a.

Sonate a quattro

Accademia per Musica, Christoph Timpe

Capriccio/EMI 10 875
(70 Min., 11/1998) 1 CD

Wem das Bach-Jahr mittlerweile zu den Ohren herauskommt, der könnte sich unter anderem mit dieser Einspielung trösten. Er könnte sie hören, sie genießen - und anschließend den Bekanntenkreis mit der schlichten Frage in Aufruhr versetzen, welches Festival denn dieser oder jener im Ragazzi-Jahr zu besuchen gedenke. Ragazzi? Glauben Sie niemandem, der behauptet, diesen Komponisten zu kennen.
Tatsächlich muss man die Werke des ca. 1680 in Neapel geborenen, 1750 in Wien gestorbenen Geigers und Komponisten nicht unbedingt gehört haben. Doch was diese CD enthält, ist immerhin gute barocke Unterhaltungsmusik, deren Unterhaltungsanspruch zeitlos ist. Und es ist (teilweise hoch-)virtuose Musik, die mit der Qualität ihrer Interpretation lebt oder stirbt. Hier, in den Händen von Christoph Timpes Accademia per musica, wirkt sie (und wirken auch die Werke von Ragazzis Zeitgenossen Francesco Barbella sowie von seinem Nachfolger im Amte des Konzertmeisters am neapolitanischen Hoforchester, Pietro Marchitelli) sehr vital.
Zwar hätten manche tänzerischen Impulse (etwa im Balletto von Barbellas Concertino) durchaus drastischer, ja derber ausfallen dürfen. Doch liegen die Qualitäten der Darstellung vor allem im Feinen, Ziselierten und der präzisen Detailarbeit. Schade wirklich, dass sich das Ragazzi-Jahr 2000 bereits seinem Ende zuneigt.

Susanne Benda, 19.10.2000



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