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Franz Xaver Richter

Streichquartette op. 5 Nr. 1 - 3 u. a.

Rincontro

Alpha/Note 1 ALP089
(71 Min., 10/2004) 1 CD

Wenn es um die Entstehung des Streichquartetts geht, fällt selbst Musikwissenschaftlern in der Regel nur der Name Joseph Haydn ein. So stark haben dessen Quartette bis heute den Begriff der Gattung geprägt, dass alle zeitgleichen Leistungen komplett vergessen sind. Auch den sechs Quartetten, die der 59-jährige Franz Xaver Richter 1768 in Druck gab, ist dieses Schicksal nicht erspart geblieben. Und das, obwohl die Werke, die der Altmeister der Mannheimer Schule für die neue Besetzung schuf, dem Vergleich mit den frühen Haydnquartetten durchaus standhalten können. Mehr noch, Richter gelingt es, aus den Relikten der strengen barocken Satzkunst und der melodiösen Empfindsamkeit der Frühklassik eine ganz persönliche Synthese zu ziehen. Die Prüfsteine spätbarocker Kompositionskunst, Kanon und Fuge sind noch gegenwärtig und sorgen für eine überraschend gleichberechtigte Verteilung des Materials auf die vier Instrumente. Doch statt gelehrt zu wirken, wird der Dialog in den Ecksätzen durch einen hinreißenden, Mannheim-typischen Drive und überwiegend sonnige, unverkrampft verspielte Melodien belebt. Das auf historischen Instrumenten spielende französische Quartett Rincontro legt die ersten drei Quartette in einer Modelleinspielung vor: voller Elan und dialogischer Spiellust an allen vier Pulten, aber auch mit Sensibilität für die zarttönigere Melancholie der Mittelsätze. Was will man mehr?

Jörg Königsdorf, 23.06.2006



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