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Antonio Rosetti

Vier Hornkonzerte

Zdenek Divoký, Tschechisches Kammerorchester, Ondrej Kukal

Hänssler/Naxos 4 010276 011453
(78 Min.) 1 CD

Natürlich denkt man gleich an Mozarts Gattungsbeiträge, und mitunter glaubt man auch die falsche (Mozart-) Platte eingelegt zu haben. Doch bald zeigt sich: vermutlich hat der Götterliebling von seinem heute relativ unbekannten Zeitgenossen profitiert, nicht umgekehrt. Rosetti (geb. Rössler, Franz Anton) war beileibe kein Notenschreiberling "ferner liefen." Schon seine Mitgliedschaft als Kontrabassist in der Hofkapelle von Oettingen-Wallerstein im Nördlinger Ries verschaffte ihm Reputation. Deren Qualitäten, namentlich ihrer Waldhornisten, waren wie die der benachbarten Mannheimer Vorzeigetruppe weit über das Süddeutsche hinaus berühmt.
Für seine Kollegen schrieb Rosetti (im Nebenberuf Komponist und Kammerdiener am dortigen Hof) denn auch etliche Bläserkonzerte. Und die befriedigten nicht nur die Zerstreuungsgelüste des Herzogs. Rhythmische und koloristische Finessen in den Ecksätzen und ausgefeilte Schattierungen in den Romanzen geben dem Solisten genügend Entfaltungsmöglichkeiten und lassen durchaus eigene kompositorische "Noten" erkennen. Und wenn dann auch noch ein Konzert im außergewöhnlichen d-Moll steht statt in den üblichen B-Dur-Tonarten, dann klingen schon mal unzeitgemäß romantische Gefühle an (allerdings bleibt die höfisch-korrekte Wendung nach Dur nicht aus).
Zdenek Divoký, seines Zeichens Solohornist der Tschechischen Philharmoniker, präsentiert die stellenweise hochvirtuosen und empfindungsreichen Werke für das ventillose Waldhorn scheinbar mühelos. Allenfalls Ondrej Kukals Dirigat der Ecksätze wünschte man mehr Kanten und Spielwitz. Oder langweilten sich Ihro Gnaden bei der Jagd?

Christoph Braun, 14.06.2001



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