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Antonio Rosetti

Fagottkonzerte

Albrecht Holder, Neubrandenburger Philharmonie, Nicolás Pasquet

Naxos, 8.55 5341
(71 Min., 5/2001) 1 CD

Nicht Politiker, sondern auch vermeintliche Kleinmeister müssen auf dem Weg an die Spitze oft die Ochsentour durch die Provinz absolvieren. Schließlich sind es meist die wackeren Lokalforscher und Musiker aus der Heimatregion, die ein Talent zuerst erkennen und propagieren. Ein ebenso verdienstvolles wie heikles Geschäft: schließlich droht jede Unzulänglichkeit der Interpretation auf den Komponisten zurückzufallen. Dem aus Böhmen stammenden Oettingen-Wallerstein'schen und Mecklenburg-Schweriner Hofkapellmeisters Antonio Rosetti (1750 - 1792) blieb das erspart: Früh machten die Spitzenspezialisten von Concerto Köln seine originellen und motivisch reichen Sinfonien bekannt. Umso mutiger, dass sich die Neubrandenburger Philharmonie trotz dieser starken Vorleistung Rosettis angenommen hat. Und nicht vergebens: Lokalpatrioten sowie Fagott- und Rosetti-Fans können sich dank der geschmackvollen Phrasierung des Orchesters und des leichten, technisch untadeligen Spiels von Albrecht Holder freuen, drei bisher noch nicht eingespielte Fagottkonzerte kennen zu lernen. Dass diese im Gegensatz zu dem dichter gewobenen, bereits bekannten vierten Konzert der CD (Verzeichnisnummer Murray C74) für den unvorbereiteten Hörer trotzdem nach Kleinmeister schmecken, liegt nur zum Teil an der Komposition. Denn Rosettis auffällig langen Orchestereinleitungen Spannkraft zu verleihen, dazu braucht es neben einem geschmeidigeren Klang auch eine größere Differenzierung der hier sehr locker auf den schlichten Harmonieflächen schwimmenden Motive.

Carsten Niemann, 19.07.2003



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