home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Im Anschluss an die Gesamtaufnahme aller Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens aus den Jahren 2001 und 2002 reicht Nikolaus Harnoncourt auf der vorliegenden CD nun weitere Werke Beethovens mit konzertantem Klavierpart nach; sein Pianist heißt wieder Pierre-Laurent Aimard, den Orchesterpart übernimmt erneut das Chamber Orchestra of Europe.
Mit seinem Tripelkonzert C-Dur für Violine, Cello, Klavier und Orchester op. 56 knüpft Beethoven 1804 noch einmal an die im 18. Jahrhundert etablierte Gattung der Sinfonia concertante, also des Konzerts mit mehreren Soloinstrumenten, an. Weniger konzertant als sinfonisch präsentieren Harnoncourt und sein Ensemble das Werk: Seine Solisten Thomas Zehetmair, Clemens Hagen und Pierre-Laurent Aimard agieren oft recht defensiv, kommen immer wieder einmal fast auf Zehenspitzen daher und legen weitaus weniger Wert auf solistische Profilierung als etwa Capuçon, Maisky und Argerich in ihrer kürzlich bei EMI erschienenen Version.
Gleichermaßen auf Samtpfötchen bewegt sich Aimard auch durch das Rondo in B-Dur WoO6: Man bewundert und genießt die edle Zurückhaltung und Dezenz seines Spiels bei gleichzeitig sehr ausgewogenem, warmem und rundem Klang, vermisst mit der Zeit aber auch ein gelegentliches Durchschlagen von dezidierter Schärfe oder spontaner Emotionalität. Dieser Mangel scheint auch in Aimards Interpretation des Klavierparts der anschließenden Chorfantasie c-Moll op. 80 auf: Nirgends reckt Beethoven als Querkopf und Choleriker sein Haupt; langsam schleicht sich das Gefühl ein, hier säße stattdessen Dvořák oder der in die Jahre gekommene Brahms am Klavier. Den luziden Gegenpol zur leider wenig prononcierten Aufgewühltheit des Anfangs tragen im Finale des oft auch als "kleine Neunte" bezeichneten Stücks das hervorragende Solistenensemble und der untadelige Arnold Schoenberg Chor bei.

13.11.2004



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top